Kamillentee in der Schwangerschaft: Wirkung und Menge

Veröffentlicht am 29.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Kamillentee gilt in der Schwangerschaft als grundsätzlich unbedenklich, wenn er in Maßen getrunken wird. Ein bis zwei Tassen am Tag reichen üblicherweise aus, größere Mengen über längere Zeit raten Verbraucherschützer wegen möglicher Schadstoffe ab.

Kurzantwort: Ein bis zwei Tassen Kamillentee täglich gelten in der Schwangerschaft als unbedenklich. Von größeren Mengen über Wochen hinweg raten Verbraucherzentralen wegen möglicher Pyrrolizidinalkaloide ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kamillentee enthält kein Koffein und keine wehenfördernden Stoffe
  • Empfohlen werden ein bis zwei Tassen pro Tag, nicht dauerhaft dieselbe Sorte
  • Verunreinigungen mit Pyrrolizidinalkaloiden sind bei Kräutertees grundsätzlich möglich
  • Bei Beschwerden wie Übelkeit oder Magenkrämpfen gilt Kamillentee als mildes Hausmittel

Ist Kamillentee in der Schwangerschaft erlaubt?

Anders als viele andere Kräutertees gilt Kamillentee in der Schwangerschaft als vergleichsweise unproblematisch. Er enthält kein Koffein und keine Inhaltsstoffe, die nachweislich Wehen auslösen. Die entzündungshemmende und krampflösende Wirkung der Kamille ist seit der Antike bekannt, die Pflanze wurde 1987 vom Verband Deutscher Drogisten sogar zur ersten Arzneipflanze des Jahres gekürt. Trotzdem gilt auch bei Kamillentee die Regel: Menge und Abwechslung machen den Unterschied.

Welche Wirkung hat Kamillentee?

Verantwortlich für die Wirkung ist vor allem das ätherische Öl der Kamillenblüten. Es enthält unter anderem Bisabolol und das charakteristische blaue Chamazulen, dazu über dreißig verschiedene Flavonoide. Diese Stoffe wirken entzündungshemmend, krampflösend und leicht beruhigend. Traditionell wird Kamillentee bei Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen und leichten Schlafproblemen getrunken. In der Schwangerschaft schätzen viele Frauen den Tee besonders bei Übelkeit oder einem unruhigen Magen.

Wie viel Kamillentee ist unbedenklich?

Übereinstimmend empfehlen Ratgeber und Hebammen ein bis zwei Tassen Kamillentee pro Tag während der gesamten Schwangerschaft. Wichtig ist dabei die Abwechslung: Wer täglich große Mengen derselben Kräutertee-Sorte trinkt, nimmt möglicherweise unbeabsichtigt höhere Mengen an Begleitstoffen auf, die in Kräutern grundsätzlich vorkommen können. Verbraucherzentralen empfehlen deshalb, Kräutertees mit Wasser, Früchtetee oder verdünnten Saftschorlen abzuwechseln, statt sich auf eine einzige Sorte zu verlassen.

Frage Einschätzung
Kamillentee grundsätzlich erlaubt? Ja, in üblichen Mengen unbedenklich
Empfohlene Tagesmenge 1 bis 2 Tassen
Koffeingehalt Keiner
Wehenfördernde Wirkung Nicht bekannt
Dauerhaft nur eine Sorte trinken? Nicht empfohlen, Sorten abwechseln

Was sind Pyrrolizidinalkaloide?

Pyrrolizidinalkaloide sind natürliche Pflanzengifte. Sie gelangen über Beikräuter wie das Jakobskreuzkraut unbeabsichtigt in die Kräuterernte und landen so im fertigen Tee. Beim Aufbrühen mit heißem Wasser zerfallen sie nicht. In hohen Mengen über einen langen Zeitraum stehen sie im Verdacht, die Leber zu schädigen und das Erbgut zu verändern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung untersuchte deshalb mehrere hundert Tee-Proben und fand die Stoffe in unterschiedlicher Höhe, besonders bei Kamillen- und Pfefferminztee gilt eine Verunreinigung als wahrscheinlich.

Kurzantwort: Verbraucherzentralen raten Schwangeren, Stillenden und Kindern, Kräutertees wie Kamille nicht übermäßig zu trinken und die Sorten regelmäßig zu wechseln, statt dauerhaft dieselbe Sorte zu konsumieren.

Kamillentee gegen typische Schwangerschaftsbeschwerden

Viele Schwangere greifen bei Übelkeit, leichten Magenkrämpfen oder Sodbrennen zu Kamillentee, weil er den Magen beruhigt und krampflösend wirkt. Auch bei einer erkältungsbedingten Halsentzündung wird warmer Kamillentee gern getrunken oder zum Gurgeln verwendet. Eine wissenschaftliche Garantie für die Wirksamkeit gibt es nicht, die traditionelle Anwendung reicht aber Jahrhunderte zurück und gilt als gut verträglich.

Worauf beim Kauf zu achten ist

Bio-Qualität senkt das Risiko unerwünschter Rückstände, weil im ökologischen Anbau weniger Pestizide zum Einsatz kommen. Gegen Pyrrolizidinalkaloide aus Beikräutern hilft Bio-Anbau allerdings nur begrenzt, da diese Stoffe auch bei sorgfältiger Ernte nicht vollständig auszuschließen sind. Ein Blick auf die Herkunftsangabe und ein Wechsel zwischen verschiedenen Marken und Sorten verringert das Risiko zusätzlich. Lose Kräuter aus dem eigenen Garten oder unkontrollierter Sammlung bergen ein höheres Risiko als geprüfte Handelsware, weil Beikräuter dort leichter übersehen werden.

Kamillentee für Kamillendampfbäder und äußerliche Anwendung

Neben dem Trinken nutzen manche Schwangere Kamillentee auch äußerlich, etwa als Dampfbad bei einer verstopften Nase oder als abgekühlten Aufguss für Umschläge. Für diese Anwendungen gelten ähnliche Grundregeln wie beim Trinken: kurze, moderate Anwendung statt dauerhafter, hoher Konzentration. Ein heißes Dampfbad direkt über dem Gesicht sollte in der Schwangerschaft ohnehin vorsichtig dosiert werden, weil starke Hitze den Kreislauf belasten kann. Wer unsicher ist, hält lieber etwas mehr Abstand zur Dampfquelle und verkürzt die Anwendungsdauer.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zur individuellen Schwangerschaft hilft die behandelnde Frauenärztin oder Hebamme weiter.

Fazit

Kamillentee gehört zu den Kräutertees, die in der Schwangerschaft in Maßen als unbedenklich gelten. Ein bis zwei Tassen am Tag reichen für die beruhigende und krampflösende Wirkung meist aus. Wichtiger als das Verbot einzelner Teesorten ist die Abwechslung, damit sich mögliche Begleitstoffe nicht in größeren Mengen anhäufen. Wer unsicher ist, spricht die eigene Tee-Gewohnheit am besten bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an.

FAQ – Häufige Fragen

Darf ich in der Schwangerschaft Kamillentee trinken?

Ja, in Maßen gilt Kamillentee als unbedenklich und ist ein beliebtes mildes Hausmittel.

Wie viele Tassen Kamillentee sind pro Tag erlaubt?

Üblich empfohlen werden ein bis zwei Tassen täglich, nicht deutlich mehr.

Enthält Kamillentee Koffein?

Nein, Kamillentee ist koffeinfrei und deshalb auch abends geeignet.

Kann Kamillentee Wehen auslösen?

Eine wehenfördernde Wirkung ist bei Kamillentee in üblichen Trinkmengen nicht bekannt.

Was sind Pyrrolizidinalkaloide?

Natürliche Pflanzengifte, die über Beikräuter unbeabsichtigt in Kräutertees gelangen können.

Warum sollte ich die Teesorte abwechseln?

Abwechslung verringert das Risiko, größere Mengen möglicher Begleitstoffe aus einer Sorte aufzunehmen.

Hilft Kamillentee bei Übelkeit in der Schwangerschaft?

Viele Schwangere schätzen die beruhigende Wirkung auf den Magen, eine Garantie gibt es nicht.

Ist Bio-Kamillentee sicherer?

Bio-Anbau senkt Pestizidrückstände, schützt aber nicht vollständig vor Pyrrolizidinalkaloiden.

Darf ich Kamillentee auch beim Stillen trinken?

Ja, in Maßen gilt er auch in der Stillzeit als geeignetes Getränk.

Was mache ich bei Unsicherheit zu Kräutertees?

Das Thema am besten bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung mit der Frauenärztin besprechen.

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Quellen

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