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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Salbeitee gilt in der Stillzeit als Tee, der die Milchbildung bremsen kann. Wer weiter stillen möchte, trinkt ihn deshalb besser nicht regelmäßig. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA rät von Salbei als Arzneitee in der Stillzeit ab, weil ausreichende Sicherheitsdaten fehlen. Beim Abstillen setzen viele Frauen Salbeitee dagegen gezielt ein, am besten in Absprache mit Hebamme oder Arztpraxis.
Das Wichtigste in Kürze
- Salbei wird traditionell zum Abstillen verwendet.
- Die EMA empfiehlt Salbei-Arzneitee in der Stillzeit nicht.
- Das Thujon im ätherischen Öl gilt in hoher Menge als nervenschädigend.
- Salbei als Gewürz oder Bonbon gilt als unproblematisch.
Warum Salbeitee die Milchbildung bremsen soll
Salbei hat in der Volksmedizin einen festen Ruf als milchhemmendes Kraut. Die Pharmazie-Fachseite diepta beschreibt eine milchsekretionshemmende Wirkung. Salbei soll demnach die Ausschüttung von Prolaktin verringern. Prolaktin ist das Hormon, das die Milchbildung in der Brust anregt.
Die Wirkung beruht vor allem auf Erfahrung. Gute Studien gibt es kaum. Die Stillberaterin Tabea Laue verweist auf eine kleine Untersuchung mit rund 30 Frauen. Dort bekamen Frauen hoch dosierte Salbeikapseln und Kühlung, eine andere Gruppe ein Abstillmedikament. Nach drei Wochen mit Salbei hatte laut ihrer Auswertung noch über die Hälfte der Frauen eine Milchproduktion.
Für Stillende heißt das: Eine Tasse Salbeitee lässt die Milch nicht sofort versiegen. Wer aber täglich mehrere Tassen trinkt, riskiert einen Rückgang. Wer voll stillen will, greift daher lieber zu anderen Sorten. Eine Übersicht bietet der Beitrag welcher Tee in der Stillzeit passt.
Was die EMA zu Salbei in der Stillzeit sagt
Die EMA hat für Salbeiblätter eine eigene Monographie veröffentlicht. Sie beschreibt, wofür Salbei-Arzneitee traditionell genutzt wird und wie hoch die Mengen sind. Zur Stillzeit ist sie eindeutig: Die Sicherheit ist nicht belegt. Ohne ausreichende Daten wird die Anwendung nicht empfohlen.
| Punkt | Angabe der EMA-Monographie |
|---|---|
| Traditionelle Anwendung | Leichte Verdauungsbeschwerden, übermäßiges Schwitzen, Entzündungen in Mund und Rachen |
| Teemenge bei Verdauungsbeschwerden | 1 bis 2 Gramm Blätter in 150 Milliliter kochendem Wasser, dreimal täglich |
| Thujon | Tägliche Aufnahme unter 6,0 Milligramm |
| Dauer | Bei Beschwerden länger als zwei Wochen ärztlich abklären |
| Schwangerschaft und Stillzeit | Anwendung nicht empfohlen |
Die Monographie gilt für Salbei als Arzneimittel. Ein Teebeutel aus dem Supermarkt fällt meist unter Lebensmittel. Der Inhaltsstoff bleibt aber derselbe.
Kurzantwort: Salbeitee ist in der Stillzeit nicht verboten. Die EMA empfiehlt ihn als Arzneitee aber nicht, weil er die Milchbildung bremsen kann und Sicherheitsdaten fehlen.
Thujon: der heikle Stoff im Salbei
Salbei enthält ätherisches Öl mit Thujon. In hoher Menge wirkt Thujon auf das Nervensystem. Die Fachseite diepta nennt Krämpfe, Schwindel, Übelkeit und Herzrasen als mögliche Folgen. Deshalb setzt die EMA eine Obergrenze von 6 Milligramm Thujon am Tag.
Im Tee landet nur ein Teil des Öls. Heikel wird es vor allem mit konzentrierten Produkten. Ein Rat aus Internetforen lautet, Salbeiöl auf die Brust zu reiben. Davon rät diepta ab. Gelangt das Öl an Mund oder Nase des Babys, drohen Atemprobleme beim Säugling. Salbeiöl und alkoholische Salbeiauszüge gehören in der Stillzeit deshalb nicht an die Brust.
Salbeitee zum Abstillen: so gehen viele Frauen vor
Beim Abstillen nutzen viele Frauen die bremsende Wirkung bewusst. Laut diepta helfen zwei bis drei Tassen Salbeitee am Tag. Wichtiger als der Tee ist aber der Rhythmus des Stillens. Tabea Laue betont, dass der Körper vor allem auf seltenere Stillmahlzeiten reagiert.
- Plan besprechen: Hebamme oder Stillberatung helfen, ein passendes Tempo zu finden.
- Mahlzeiten reduzieren: Alle paar Tage eine Stillmahlzeit weglassen.
- Tee ergänzen: Zwei bis drei Tassen Salbeitee über den Tag verteilt.
- Brust beobachten: Bei Spannung, Rötung oder Fieber ärztlichen Rat holen.
- Trinkmenge anpassen: diepta rät beim Abstillen, nicht übermäßig viel zu trinken.
Als Alternative nennt diepta Pfefferminztee. Er soll ähnlich wirken. Auch hier gilt: Eine einzelne Tasse ist kein Abstillmittel.
Salbei in kleinen Mengen: Gewürz und Bonbons
Viele Stillende fragen sich, ob Salbeibonbons bei Halsweh erlaubt sind. Tabea Laue stuft Salbei als Gewürz, Salbeibonbons und äußerliche Produkte wie Deo oder Duschgel als unbedenklich ein. Die Mengen sind dabei gering. Wer trotzdem einen Rückgang der Milch bemerkt, lässt Salbei weg und legt das Baby öfter an.
Bei Halsschmerzen in der Stillzeit sind milde Kräutertees eine Option. Welche Sorten Stillende eher meiden, zeigt der Beitrag welchen Tee man beim Stillen besser nicht trinkt.
Kurzantwort: Zum Abstillen nennt diepta zwei bis drei Tassen Salbeitee am Tag. Entscheidend bleibt, die Stillmahlzeiten schrittweise zu reduzieren.
Welche Tees in der Stillzeit besser passen
Stillende haben oft großen Durst. Gut geeignet sind Wasser und milde Kräutertees ohne bekannte milchhemmende Wirkung. Klassische Stilltees enthalten häufig Fenchel, Anis oder Kümmel. Allgemeine Tipps zur Teeauswahl liefert der Beitrag zu Tee in der Stillzeit.
Salbei hat außerhalb der Stillzeit seinen Platz. Er wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden genutzt. Mehr dazu steht im Beitrag über Salbeitee für den Magen.
Fazit
Salbeitee kann die Milchbildung bremsen. Die EMA empfiehlt Salbei als Arzneitee in der Stillzeit nicht. Wer voll stillen will, verzichtet besser auf regelmäßigen Salbeitee. Wer abstillen möchte, kann zwei bis drei Tassen am Tag trinken und die Stillmahlzeiten langsam verringern. Salbeiöl gehört nie auf die Brust.
FAQ – Häufige Fragen
Darf man in der Stillzeit Salbeitee trinken?
Eine gelegentliche Tasse gilt als wenig bedenklich. Regelmäßig sollten Stillende ihn nicht trinken, weil er die Milchbildung bremsen kann.
Wie viel Salbeitee braucht man zum Abstillen?
Die Fachseite diepta nennt zwei bis drei Tassen am Tag.
Wie schnell wirkt Salbeitee beim Abstillen?
Dazu gibt es keine belastbaren Daten. In einer kleinen Studie hatte nach drei Wochen noch über die Hälfte der Frauen Milch.
Warum rät die EMA ab?
Die Sicherheit in der Stillzeit ist nicht belegt. Ohne ausreichende Daten empfiehlt die EMA die Anwendung nicht.
Was ist Thujon?
Ein Bestandteil des ätherischen Salbeiöls. In hoher Menge kann er Krämpfe und Schwindel auslösen.
Sind Salbeibonbons in der Stillzeit erlaubt?
Laut der Stillberaterin Tabea Laue ja, die Menge an Salbei ist gering.
Darf Salbeiöl auf die Brust?
Nein. Gelangt das Öl an Mund oder Nase des Babys, drohen Atemprobleme.
Hilft Pfefferminztee ebenfalls beim Abstillen?
diepta nennt ihn als Alternative mit ähnlicher Wirkung.
Kann Salbeitee bei Milchstau helfen?
Bei Milchstau steht häufiges Anlegen im Vordergrund. Bei Fieber oder starker Rötung ist ärztlicher Rat nötig.
Welche Tees eignen sich in der Stillzeit?
Wasser und milde Kräutertees. Klassische Stilltees enthalten häufig Fenchel, Anis oder Kümmel.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Beratung durch eine Hebamme.
Quellen
- EMA: European Union herbal monograph on Salvia officinalis L., folium
- diepta: Sanftes Abstillen mit Quarkwickeln, Salbeitee und Homöopathie
- Tabea Laue: Wirkt Salbei abstillend?

Serafina liebt Suppen, Eintöpfe und alles, was lange auf dem Herd stehen darf. Sie schreibt über Rezepte, die man am nächsten Tag noch lieber isst.






